Am Nachmittag des dritten Advent hat Familie Wiezoreck/Schubert zum gemütlichen Beisammensein mit Kaffeetrinken, Raclette und anschließendem Schrottwichteln geladen. Nachdem die leckeren Plätzchen, Kuchen und Christstollen mit reichlich Kaffee und Tee runtergespült waren, fand man sich auch schon zu einem ersten Bierchen zum Spielen ein. Nach zwei Runden Holzklötzchen stapeln gingen die Jungs zum Skat über, während die Damen (vorbildlich!) das Raclette vorbereiteten.Beim Abendessen ging es dann auch weiterhin lustig zu, auch wenn wir uns erwarteterweise im Niveau-Limbo wieder gegenseitig unterboten. Lecker war es natürlich auch und somit waren alle gut gesättigt auf das Highlight des Abends vorbereitet.
Gemütlichkeit beim Raclette
Nachdem die Spielregeln vereinbart waren (15 Minuten Würfeln), begann auch schon die fröhliche Jagd nach einer 6, die zum Aussuchen eines Geschenks berechtigte. Schon nach kurzer Zeit konnte jeder ein Geschenk in den Händen halten und so begann das muntere Würfeln. Bei jeder 6 durfte man nun das Geschenk mit einem 'Mit'spieler tauschen, wobei niemand sein eigenes Geschenk annehmen musste. Klare Favoriten gab es nicht, aber Bütti hat sich auf das größte Päckchen eingeschossen, während Maria II eher bescheiden das Kleinste ins Auge gefasst hatte.
Die Jagd nach der 6
Nachdem der Wecker geklingelt hatte und die Geschenke wiederholt über den Tisch gewandert waren, wurde noch eine Minute Nachspielzeit vereinbart, ehe jeder sein Schicksal in den Händen hielt. Als Erste durfte Maria II ihr Päckchen öffnen: eine Kaffeemaschine, die Stefan vor einem Jahr den Büttners angedreht hatte und nun ihren Weg zurück gefunden hat. Allerdings muss man sagen, dass Maria sich auch sehr darüber gefreut hat. Schade.
Große Augen wegen einer Kaffeemaschine?Als Nächster war nun Stefan selbst an der Reihe. Nach kurzem Reißen am Papier kam bei ihm eine exquisite Sammlung von absolut wertlosen Überraschungseifiguren zum Vorschein - Schrott vom Feinsten also! Er nahm es mit Humor, immerhin kann man das ja leicht entsorgen.
Hätte man auch nicht haben wollen: Ü-Ei-Zeugs
Nachdem die erste Schadenfreude abgeebbt war, durfte auch Maik sein Paket vom Papier befreien. Im größten Geschenk, welches er kurz vor Schluss Bütti's gierigen Händen entreißen konnte, befand sich eine Carrera-Bahn, wie man sie noch aus der Kindheit kannte. Ziemlich unnütz und riesengroß: da hat Steve einen echten Treffer gelandet und einen wahren Ladenhüter an den Mann gebracht! Der stolze Neubesitzer hat aber schon angekündigt, dass Leon hier seine ersten Fahrstunden nehmen wird. Man muss eben das Beste daraus machen.

Eine Carrera-Bahn will auch erstmal untergebracht werden...
Sichtlich froh diesem Highlight entgangen zu sein, konnte auch Doreen nun ihr Geschenk öffnen. Unter einer Lage schönstem Geschenkpapier verbarg sich ein altes Tischfussballspiel. Da hat aber jemand tief auf dem Dachboden gewühlt, um etwas so unbrauchbares zu finden. Spitzenleistung also auch hier! Doreen's Freude war demnach unbändig und auch dieses Kleinod wird vorerst für Leon zurückgelegt.
Kann wirklich niemand gebrauchen: Tischkicker
Nun, da die Latte wirklich tief hing, durfte auch Maria ihre Neugier befriedigen und das Päckchen öffnen. Darin befand sich ein wahres Sammelsurium an Unbrauchbarem: ein mieses Hörbuch, Duftspender für das Auto, eine potthässliche Lichterkette und ein Pokerspiel für eine Person. Da war also auch für niemanden etwas dabei und die Beschenkte sichtlich ratlos.
Konnte keine neidischen Blicke ernten: Maria
Verständlicherweise etwas unglücklich wollte Bütti sein Paket gleich verschlossen halten, schließlich durfte er am Ende Maria's Paket sein Eigen nennen. Nach mehrfachem Nötigen offenbarte er dann aber doch das darin verborgene Räuchermännchen (echte erzgebirgische Handarbeit!), welches tatsächlich viele Interessenten gefunden hätte, wie sich nun herausstellte. Aber wie es das Spiel und das Schicksal eben wollen, bleiben solche wahren Schätze eben ungehoben. Vielleicht findet sich in nächsten Jahr ein neuer Besitzer...
Beim nächsten Geschenk wurde dann allerdings wieder die unterste Schublade geöffnet: Steve durfte sich über ein grandioses Hygiene-Set, verpackt in einem rosafarbenen Herzkörbchen, freuen. Ja, hier hat jemand wieder echten Schrott gefunden und weitergereicht. Steve allerdings zeigte sich von dem 'praktischem' (O-Ton) Geschenk allerdings begeistert, schließlich könne man es ja benutzen. Muss man aber nicht.
Auch nicht dufte: das Hygiene-Set
Und auch Jule sollte eine wirkliche Freude bereitet werden. Nachdem das Papier eifrig heruntergerissen war, offenbarte sich ihr das gesamte tragische Ausmaß ihres Geschenks: eine hässliche Handtasche, welche sie natürlich auch schon selbst besaß! Aber davon kann man ja nie genug haben. Doch hier war noch nicht Schluss, denn die Tasche hatte auch einen Inhalt: stinkende Seife und kratzige Handtücher. Mensch, da war aber jemand wirklich in Höchstform, als er dieses Set so feinsinnig zusammengestellt hat. Man wollte nicht mit ihr tauschen...
Pure Verzweiflung: Jule am Boden
Dramaturgisch perfekt positioniert durfte nun ich als letzter mein Päckchen öffnen. Ich rechnete mit dem Schlimmsten und wurde nicht enttäuscht. Maik hat mir ein absolut unbrauchbares und noch dazu unsäglich hässliches Küchenregal samt dreier indentischer Keramikdosen beschert. Das ist wertloser Schund auf ganz hohem Nieveau! Sollte sich dennoch jemand dafür begeistern, zögert nicht euer Interesse zu bekunden. Aus Dankbarkeit lege ich vielleicht noch eine Kleinigkeit in die Dosen. Ansonsten bin ich einfach froh, dass nächstes Jahr ein Polterabend ansteht. Da könnte man ja so eine Dose mal aus Versehen auf den Boden werfen lassen.
Befürchtet & bewahrheitet: Schund in seiner hässlichsten Form
Nachdem nun also jeder etwas Unbrauchbares gegen etwas absolut Unbrauchbares getauscht hatte, äußerte sich der allgemeine Wunsch die Carrera-Bahn auch sogleich auszuprobieren. Nach schwierigem Aufbau zeigte sich schnell, dass der Zahn der Zeit hier kräftig genagt hatte, denn so richtig funktionierte nichts mehr. Die Autos sprühten Funken beim fahren und schafften mitunter keine ganze Runde am Stück. Aus verzweifelter Position kann man sich also trösten, dass man dieses Prachexemplar an Nutzlosigkeit doch nicht sein Eigen nennen muss. Spaß hat es trotzdem gemacht und ich kann mit Sicherheit sagen, dass im nächsten Jahr wirklich kein Schnickschnack weggeworfen wird, denn zum Verschenken taugt es allemal!
Langzeitspaß ausgeschlossen: Carrera-Bahn