Vermutlich kein Hallenser wird von der Hand weisen, dass unsere Saalestadt manchmal ein ziemliches Kaff sein kann. Aber es gibt auch Tage, an denen hier wirklich was los ist. Heute war so ein Tag und dass, obwohl es ein Sonntag war. Aus der Mitteldeutschen Zeitung konnte ich gestern erfahren, dass heute ab 11.00h ein Spiel der A-Jugendmannschaften des ansässigen HFC gegen meine Bremer Freunde von der Weser stattfinden würde. Mein Dad fand das auch ganz attraktiv und so haben wir uns trotz des zeitweise widrigen Wetters auf dem Weg zum Sandanger gemacht. Schon auf dem Parkplatz an der ruhmreichen Halle-Saale-Schleife erwartete mich das erste Schmuckstück, der Mannschaftsbus. Zwar war es der 'alte' ausgemusterte, den die Bundesligamannschaft seit einem Neueinkauf zu Ende der letzten Saison nicht mehr benötigen, aber für die Jugendmannschaft bzw. das Drittligateam eignet es sich ja doch noch.
'alter' Mannschaftsbus
Auf dem Rasen rollte schon bald der Ball, bestaunt von etwa 100 Zuschauern. Die Bremer übernahmen früh die Initiative und kamen zu guten Chancen, von denen jedoch keine den Weg ins Netz fand. Auch ein Strafstoß nach vorangegangenem Foul im Strafraum konnte vom HFC-Keeper pariert werden. Schon kurz danach ertönte auch auf der anderen Seite der Pfiff. Schiedsrichter Giese will ein Handspiel im Strafraum gesehen haben, jedoch war er mit dieser Meinung allein auf dem feuchten Grün. Weder die Bremer Spieler noch deren Anhänger (ich) konnten ein Vergehen erkennen und auch der Großteil der HFC-Fans in meiner Nähe fanden das Urteil eher fragwürdig. Konsequenzen des Pfiffes waren dann aber in chronologischer Reihenfolge: rote Karte für Behrens, Elfmeter, Tor durch Wegener. In Unterzahl liefen die Bremer nun gegen den Rückstand an und taten dies auch wirklich sehenswert und recht dominant, leider aber nicht erfolgreich. So ging es denn auch in die Halbzeit. Auf dem Weg zur Kabine konnte ich dann zuschlagen: ich habe mir ein Autogramm vom Trainer geholt. Das wirkt soweit eher unspektakulär, wenn man aber weiß, dass es sich dabei um Mirko Votava und somit einen der Helden der 80er und frühen 90er bei Werder handelt und er zu Beginn meiner Anhängerschaft der Grün-Weißen einer der große Stars war, so ist es doch schon etwas Besonderes. Trotz des Rückstandes war er auch sehr freundlich und freute sich wohl, dass ihn jemand in der Fremde und trotz des lange Zeit entfernten Karriereendes noch (er)kannte und ein Autogramm wollte. Und so ziert sein Signé nun die erste Seite in meinem neuen Werder-Büchlein.
Autogramm eines Helden
Nach der Pause gaben zunächste wieder die Bremer den Ton an, jedoch fanden die Hallenser auch schnell ins Spiel, so dass sich endlich ein Spiel auf Augenhöhe entwickelte. Auf beiden Seiten gab es einige gute Chancen, wobei vor allem die Bremer auch technisch viel zu bieten hatten. In der 64. Minute dann aber konnte sich erneut Wegner auf der linken Seite durchsetzen, lief bis in den Strafraum und netzte eiskalt ein. Ein sehr schönes Tor, das muss auch ich sagen. Für mich wurde es nun zu ungemütlich, denn zu dem unerfreulichen Ergebnis gesellten sich auch wieder Regen und Wind, so dass wir den Heimweg Richtung Mittagstisch antraten. Dem Spielbericht konnte ich dann später das Endergebnis entnehmen. In den letzten Spielminuten konnten die Hallenser die Führung noch in einen echten Kantersieg verwandeln, denn bei Abpfiff stand eine satte 5:0-Leistung zu Buche. Die Tore fielen in der 82., 84. bzw. 89. Minute, so dass ich es jetzt aus der Ferne mal auf die Erschöpfung nach 70 Minuten Unterzahl schieben möchte. Für mich bleibt aber vor allem die Erkenntnis, dass der Bremer Nachwuchs technisch gut ausgebildet ist. Vor allem zwei Spieler fielen mir besonders auf: Gökhan Aktas und Yannis Becker. Vielleicht hört man ja in Zukunft mal von diesen Namen. Den Spielbericht gibt es übrigens hier.
Einwurf für die Bremer
Doch damit war der Tag noch längst nicht vorbei, schließlich war es gerade erst Mittag. Und an so einem Vorosterwochenende möchte natürlich auch die Wirtschaft vom Konsumtrieb der Menschen profitieren und öffnete von 13.00 bis 18.00 die Geschäfte, was meine Eltern und mich zu einem Einkaufsbummel in die Stadt verführte. Und tatsächlich floss das Geld nur so aus den Taschen: ein Ostergeschenk für Pia, neue Jacken für meine Eltern, Schals für meine Mum und mich, vor allem aber mein Geburtstagsgeschenk, nämlich eine tolle neue... Naja, das habe ich natürlich schon wieder vergessen, schließlich ist es ja eine Überraschung. ;-)
In diesem Sinne, schauen wir doch mal, was die kommende Woche an Erlebnissen parat hält.



