Samstag, 24. September 2011

Aufarbeitungsarbeiten

Hallo liebe Leser! Ja, es ist furchtbar lange her... Und mein angepeilter monatlicher Rhythmus ist längst hinfällig. Ich habe dies wohl selbst bemerkt. Und gibt es gescheite Ausreden? Nein. Also, machen wir einfach weiter im Geschäft und um niemanden zu belügen, gelobe ich auch gar keine Besserung.
Die ersten 6 Wochen nach dem letzten Update durfte ich ja noch in meiner geliebten Behörde zubringen. Zunächst habe ich noch ca. 2 Wochen an meinem angestammten Schreibtisch die Versicherten Sachsens mit Renten und anderen Leistungen bedacht, bevor ich das Feld räumen musste. Gleichzeitig bedeutete dies auch den Abschiede von vielen Kommilitonen für 2 lange Monate. Und nachdem man 10 Monate quasi tagtäglich miteinander verbracht hat, war das auch gar nicht so einfach. Natürlich habe ich den einen oder die andere auch noch danach gesehen, manche auf Arbeit, manche privat, aber eben nicht mehr in dieser Runde. Deshalb haben wir es uns auch nicht nehmen lassen zum Abschied ein großes Frühstück zusammen mit den Ausbildern zu genießen und dabei natürlich über die Arbeit, aber auch über Themen abseits der Bürowände zu quatschen. Öffentliche Verwaltung kann manchmal auch ganz entspannt sein.


Oli probiert sich an der Apfelschälmaschine
Über Arbeitslosigkeit konnte ich mich aber auch anschließend nicht beklagen, da ich nun in den Auskunfts- und Beratungsdienst (kurz: AuB) verbannt wurde. Und hier wurde ich quasi zum ersten Mal auf Menschen losgelassen (und umgekehrt!) und durfte vor allem mein theoretisches Wissen aus der FH auch in der Praxis erproben. Und ich kann euch sagen das war sehr ernüchternd. Dem Gedanken, dass man ja doch schon eine Menge weiß, folgte recht schnell die Erkenntnis, dass da aber auch noch sehr große Lücken klaffen. Helfen konnte ich dann zusammen mit meinen zahlreichen Betreuerinnen aber irgendwie doch jedem und da ich der einzige Mann im Haus war, durfte ich mich natürlich auch allen technischen Problemen widmen. Die zwei Wochen dort gingen auch sehr schnell um und ich verlies den AuB mit der Erkenntnis, dass es wesentlich anstrengender ist als die Arbeit an den Akten, man viel mehr Wissen parat haben muss, aber eben auch nie Arbeit liegen bleibt. Schließlich ist erst Feierabend, wenn alle versorgt sind. Mal schauen, ob das eine Zukunftsperspektive wird...

Die letzten beiden Wochen meiner Praxisphase habe ich dann wieder mit meinen heißgeliebten Akten zugebracht. In einem neuen Team - einem "echten" könnte man sagen - durfte ich nun wieder mein ganzes praktisches Wissen und Können an den Mann und an die Frau bringen, was auch Spaß gemacht hat, obwohl die Kolleginnen eher suboptimal weil sehr maulfaul waren. Die gelegentlichen Ausflüge nach Leipzig zum Personalrat kamen mir da sehr gelegen...

Und dann war es auch schon geschafft! Urlaub, wohlverdienter Urlaub! Vom 29.07. bis 28.08. konnte mich die Welt mal am Buckel kratzen. Jetzt hätte man sich natürlich sagen können, dass man die ersten Tage doch mal die Füße hochlegen könnte, aber getan habe ich natürlich das Gegenteil und die Füße in die Hand genommen. Zusammen mit Anne und Ralf sind wir ins Erzgebirge zu Lisa gefahren, um zu wandern und natürlich auch um zu cachen. Man muss sich seinen Süchten ja auch hingeben. Aufegenommen wurden wir im Hause von Lisa's Familie, von wo aus wir auch unsere Ausflüge starteten. Man muss allerdings sagen, dass das Wetter wenig sommerlich war: 9°C und Dauerregen luden eigentlich eher zum Verweilen im Haus ein. Aber dafür waren wir ja nicht gekommen, also machten wir uns, nachdem wir am Freitag bereits Chemnitz unsicher gemacht hatten, am Samstag nach Annaberg-Buchholz auf. Da das besagte Wetter irgendwann aber doch zu unangenehm wurde und sogar unsere Regenjacken schon durchnässt waren, verkrochen wir uns kurzerhand in die alten Stollen eines stillgelegten Silberbergwerks. Zwar war es dort nicht wesentlich wärmer oder trockener, aber es prasselte zumindest nicht ganz so sehr auf uns herab. Und da auch hier das Motto natürlich 'Safety first!' lautet, durften wir diese schönen Kluften anziehen:

Erkenntis: optisch untauglich als Bauarbeiter
Dem Regen haben wir danach trotzdem standgehalten und uns mit fantastischer heißer Schokolade und weiteren Caches belohnt. Am Abend haben wir uns dann bei einer Runde Topwords und heiterer Diskussion wieder aklimatisiert.
Der Sonntag wurde zunächst für einen Ausflug in die Wälder Sehma's genutzt. Luftfeuchtigkeit und Temperaturen blieben konstant, aber irgendwie hatte man sich mittlerweile sogar daran gewöhnt. Nachdem als das Sightseeing beendet und die nächsten Caches gehoben waren, machten wir uns auf den Weg ins tschechische Nachbarland, um für die Raucherin die lebensnotwendigen Glimmstängel und für uns alle ein bisschen gutes und preiswertes Mittagessen zu erstehen. Länger verweilen wollten wir aber nicht; ihr wisst schon, das Wetter...

in den Wäldern von Sehma
Da haben wir uns doch lieber wieder zurück nach Sehma begeben und weitere Caches gesucht. Und zum ersten Mal stießen wir auch fast an unsere Grenzen, haben dann aber gemeinsam mit anderen Cachern doch das Ziel erreicht und wurden dafür mit klitschnassen Klamotten und Schuhen, aus denen ich das Wasser gießen konnte belohnt. Und der Erkenntnis, dass man eigentlich von überall aus den Fichtelberg sehen könnte, wenn denn das Wetter eine Sichtweite von über 50m Metern zulassen würde. Vielleicht muss man also wiederkommen, um sich davon zu übrzeugen...

Meine erste richtige Urlaubswoche habe ich dann in Meißen verbracht. Tatsächlich habe ich nun erst einmal gefaulenzt, bin geradelt und habe mich dem Haushalt gewidmet. Das nenne ich Entspannung! Die zweite Woche wurde dann in Halle zugebracht, wo die Zeit natürlich zum Treffen vieler lieber Leute genutzt wurde, die ich ja sonst eher selten zu sehen bekomme. Das Wetter hier war anfänglich zwar auch nicht wesentlich besser, aber die Sonne bahnte sich im Laufe der Tage ihren Weg immer besser durch die Wolken, so dass man sogar mal ein Eis auf dem Markt genießen konnte.

Die dritte Woche dann beinhaltete meinen eigentlichen Urlaubsausflug, nämlich den Besuch in München. Da ich meine dortige Familie ja eh viel zu selten sehe und es sich außerdem um die kostengünstigste Möglichkeit handelt, um ein paar Tage aus den eigenen Wänden zu kommen, erschien mir diese Variante doch am ansprechendsten. Und was soll ich sagen: hier konnte ich mich auch gar nicht vor Sonnenschein retten! Also wurde jeder Tag im Freien verbracht, mal im Olympiapark und SeaLife, mal beim Shoppen in der Stadt, zum ersten und einzigen Mal dieses Jahr auch im Freibad und natürlich auch bei den Tieren im Zoo. Für Abwechslung war also gesorgt, langweilig konnte mir Dank Pia aber eh nie werden. Als Onkel ist man ja vielbeschäftigt und darf fortwährend die Welt erklären und als Zeitvertreib dienen. Aber man tut es ja gern!
 
spielen kann man auch unter'm Esstisch
 
das Kleid war aber auch zum Anbeißen!

grün in grün, wie es sich für mich gehört
Die letzte Urlaubswoche wurde dann wieder in Meißen verbracht, wo neben der Erholung aber auch schon die Vorbereitung auf das neue Semester auf dem Plan stand. So habe ich mich tatsächlich zweimal in die FH begeben und ansonsten auch schon fleißig die Taschen gepackt, schließlich wurden die ersten 3 Tage des neuen Semesters auf Dientsreise in Erkner verbracht. Als JAV-Mitglied muss man natürlich handlungsfähig sein und dazu ist es unabdingabr, dass man sich mit dem sächsischen Personalvertretungsgesetz vertraut macht. Dies geschah dann also in drei Tagen im Tagungs- und Wellnesshotel. Und wie der Name schon sagt, war für den passenden Ausgleich zum anstrengenden Tagesgeschäft auch gesorgt, in dem wir die Vorzüge der hauseigenen Bar sowie Sauna- und Schwimmbadlandschaft genossen. Ja, so lässt sich das schon aushalten. Ich fürchte, da muss dringend mal ein Aufbauseminar gemacht werden...

Mittlerweile nun hat mich die FH aber wieder voll vereinnahmt. Neben den altbekannten Kommilitonen und  Dozenten haben sich aber auch ein paar neue Gesichter mit so spannenden Themen wie Krankenversicherungsrecht, VWL, Sachenrecht etc. in den Stundenplan gemogelt. Der Gehalt mancher dieser Veranstaltungen ist bislang noch recht überschaubar, aber das dicke Ende kommt wohl noch... Außerdem habe ich mich in die Seminare für das 4. Semester eingeschrieben und konnte hier auch alle meine Wünsche erfüllen. Mal schauen, ob das tatsächlich so wird, wie ich es mir verspreche. Glücklicherweise ist die Flut an Hausaufgaben bislang eher ausgeblieben, so dass man die Zeit - wenn man nicht gerade nachbereitet - auch zusammen mit den anderen verbringen kann. Und so standen natürlich auch schon die obligatorischen StuK-Besuche und gemeinsames Kochen auf dem Programm. Hoffentlich wird sich dies noch eine Weile lang so gestalten, bevor die Last der Paragraphen wieder alle Zeit und Kraft beansprucht...

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