So, geneigter Leser, an dieser Stelle mal wieder ein Update. Aufgrund einer schamlosen Werbeoffensive vergrößert sich momentan vielleicht sogar meine Leserschaft. Sollte dies der Fall sein, so möchte ich hier natürlich sofort neues Futter bieten und werde auch in Zukunft wieder in regelmäßigeren Abständen neue Posts bringen. Über Kommentare freue ich mich natürlich auch weiterhin sehr; damit sah es ja in den letzten Monaten leider eher mau aus. Doch nun in medias res, wie wir alten Lateiner *hüstel* sagen.
Wer sich noch an mein letztes Update erinnert, wird vielleicht auch noch wissen, dass damals unmittelbar die Zwischenprüfungen vor mir lagen. Mittlerweile ist dies natürlich längst Vergangenheit und so kann ich an dieser Stelle auch ein kleines (Zwischen-)Fazit ziehen. Die fünf schriftlichen Prüfungen hatten es durchaus in sich. Es hat sich ja doch sehr viel Wissen angesammelt in den vergangenen 18 Monaten und alles nun auf den Punkt abrufen zu können, ist wahrlich nicht leicht. Hinzu kommt noch, dass der Anspruch seitens der FH ein sehr hoher ist, so dass der Überraschungsfaktor jeden Tag auf's Neue recht hoch war. Thematisch wusste man zwar immer ganz grob, in welche Richtung es gehen sollte, aber genug Spielraum gab es natürlich trotzdem. Am Ende gibt es natürlich auch immer Themen, die einem ohnehin mehr liegen als andere, so dass sicher irgendetwas verwertbares dabei rumgekommen sein wird. Die Ergebnisse gibt es wohl am 14.06., so dass also noch gut 7 Wochen des Wartens vor mir liegen.
Ein wenig anders war dies bei der mündlichen Prüfung, welche sogleich an die schriftlichen anschloss., unterbrochen nur von einem Wochenende. Zu absolvieren waren zwei Teile. Zunächst bekam man einen kurzen Sachverhalt vorgelegt, welcher erfasst und auf seine Problematik durchdacht werden sollte, um das Ergebnis anschließend in einem fünfminütigen Kurzvortrag darzustellen. Man kann das schwer beschreiben, aber eigentlich muss man in der Vorbereitungszeit den Fahrplan zurechtlegen und auswendig lernen, da man in den fünf Minuten wirklich nur noch im Blindflug durch Text und Paragraphen gleiten kann. Mir gelang die Punktlandung und so konnte ich zufrieden den Raum verlassen. Nach einer weiteren kurzen Unterbrechung schloss sich nun das Gruppengespräch an. Hier mussten Nico, Marcel und ich gemeinsam 90 Minuten lang der Prüfungskommission zu allen Themen Rede und Antwort stehen. Frau Galle hat mich zunächst mit alten DDR-Versicherungsunterlagen kalt erwischt, jedoch sprangen die beiden Jungs mir hier gekonnt zu Seite, so dass es gar nicht weiter auffiel. Umso mehr konnte ich anschließend bei Herrn Küfners Ausflug in das Staatsrecht punkten, wo ich mich auf gefühlt sichererem Terrain befand. Zuletzt brachte sich Herr Sowitzki noch auf seine unvergleichliche Weise ein und wechselte in den Versicherten-Modus, um uns in einer Art Beratungsgespräch komplett durcheinander zu allen denkbaren Problemen zu befragen. Neben diversen Rentenansprüchen, Versicherungspflichten in der RV, KV und AV kamen so auch Themen aus den Bereichen Soziologie, VWL und BWL zur Diskussion. Ohne mich aus der Ruhe (und Fassung) bringen zu lassen, konnte ich hier aber gekonnt alle gefährlichen Klippen umschiffen. Nach kurzer Beratung wurden dann die Ergebnisse verkündet, wobei ich mit meinen erreichten 12 und 11 Punkten nicht nur sehr zufrieden bin, sondern auch am Ende der Woche immer noch unter den Top 5 war. Zumindest mündlich kann ich mich also noch immer auf meine Stärken verlassen.
Ab dem folgenden Morgen hatte ich theoretisch 15 Tage frei, nominell folgten aber Seminartage, welche ich auch (mehr oder minder fleißig) in der Bibliothek zubrachte. Natürlich wurden zwischendurch immer die neuesten Updates zu den Prüfungen der anderen eingeholt, so dass es zumindest nicht zu anstrengend wurde. Am Donnerstag wurde in kleiner Runde im Wohnheim auch ein wenig gefeiert, wobei das geplante Grillen aufgrund des schlechten Wetters in eine Fleischorgie aus der Bratpfanne umgewandelt wurde. Der Spaßfaktor war jedoch nicht zuletzt Dank Pauls Eskapaden (der schon legendäre Ritt auf der Lesbe) extrem hoch.
Nun wurde es aber Zeit Meißen mal wieder den Rücken zuzukehren und nach Halle zu reisen. Nach einem lang erhofften Wiedersehen mit Jana inklusive Kinobesuch und gemeinschaftlichem Kochen, sollten die folgenden Tage mich aber auch wieder an die Bücher für die Seminararbeit fesseln. Und somit stand ein Programmpunkt auf dem Plan, vor dem mir zugegebenermaßen schon längere Zeit die Knie schlotterten: die Rückkehr in meine alte Bibliothek, in meine alte Fakultät. Mein persönliches Vietnam also.
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| die Anglistik-Bibliothek hat ihren Charme nicht verloren |
Zu meiner großen Überraschung habe ich mich aber nicht nur recht gut zurecht gefunden, sondern war sogar ungeahnt (und fast ungekannt) produktiv und wollte am Abend kaum nach Hause gehen. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen. Ein kleines Highlight war der Gesichtsausdruck der Bibliothekarin, welcher irgendwo zwischen Überraschung und Angewidertheit aufgrund meiner Präsenz angesiedelt sein musste. Naja, ist ja auch schon eine Weile her. Und ich vermisse nichts. Auch der Bibliothek in der Abderhalden-Straße habe ich noch einen Besuch abgestattet, bevor ich die Arbeit dann aber doch mal hab ruhen lassen.
Denn schließlich wollte ich mich ja auch endlich mal erholen. Zugegeben, die Pläne für Ostern waren dafür eigentlich nicht geschaffen, denn der Weg führte meine Eltern und mich nach München zu meinem Bruder und seiner kleinen Familie. Und Pia's Lebensenergie ist ja quasi schier unendlich, so dass man also auch 24/7 gefordert ist. Naja, es war ja eigentlich nur 24/4. Aber auch die wollten gefüllt sein und das war angesichts des doch bescheidenen Wetters gar nicht immer so einfach. Wenn der Himmel mal aufriss, wurde sofort der Weg an die frische Luft gesucht. Da ich meinen Brude bereits erfolgreich angesteckt hatte, wurden dabei auch immer ein paar Caches mitgenommen. Der Freitag verlief so recht unspektakulär; einer kleinen Runde durch den Olympiapark folgte noch ein Besuch beim Detterbeck, um sich mit Eis zu belohnen. Zu Hause wurde dann wieder Pia bespaßt (und sie bespaßte auch uns), damit die Zeit nicht zu lang wurde.
| Brettspiel mit Prinzessin Pia |
Die Kleine hat natürlich allerlei Schabernack im Kopf und plappert munter alles nach, was man ihr so sagt. Und auch von ihr selbst kommen manchmal die abstrusesten Ideen. Oder wusstet ihr schon, dass nur Sängerinnen sich bücken dürfen?!? Ja, da kann jeder noch was lernen.
| Nicht-ganz-so-Dirty-Dancing |
Am Samstag konnte ich dann durchsetzen, dass man doch mal in die Innenstadt fahren könnte, da so ein bisschen Shopping doch immer angebracht ist. Und tatsächlich wurden auch alle fündig, so wie es sein sollte. Fündig ist auch hier wieder wörtlich zu verstehen, da natürlich auch ein paar Caches aufgespürt wurden.
Am Sonntag sollte dann eigentlich natürlich die 'Beosterung' stattfinden. Leider musste diese aber nach drinnen verlegt werden, da uns am Morgen eine dichte, weiße Schneedecke begrüßte. Oha, weiße Ostern. Das hatte ich auch noch nicht erlebt. Aber egal, auch in den vier Wänden wurden genügend Verstecke gefunden, so dass sich Pia anschließend auf die Suche machen konnte. Und das tat sie mit Begeisterung und vermutete hinter jeder Ecke die nächste Überraschung. Und hatte damit sogar Recht! Man konnte gar nicht so schnell schauen und am Ende hatten wir kaum noch den Überblick, was denn nun schon gefunden und was noch versteckt war. Aber niemand vermisste etwas, so dass wohl auf alles aufgespürt wurde. Umso schwerer war es anschließend aber auch Pia (und auch mich) von ihren neuen Spielsachen loszureißen, denn Ostersonntag steht natürlich auch ein Gang in die Kirche an, zumal sie ja Taufjubiläum hatte. Also trotteten meine Schwägerin, meine Eltern, Pia und ich zur Kirche und lauschten andächtig den Worten. Ich tat dies allerdings nicht lange, da ich sofort mit Pia zum Kindergottesdienst entschwand, so dass auch mein Bibelwissen zu diesem Fest mal wieder aufgefrischt wurde. Schaden kann das ja nie. Mein Bruder sorgte inzwischen zu Hause für Essen und Ordnung, so dass wir uns anschließend stärken konnten, um am Nachmittag nochmal zu einem Spaziergang durch das Olympiadorf aufzubrechen. Da dies aber doch anstrengender war als erwartet, mussten wir noch bei Maki einkehren, um uns mit allerlei griechischen Leckereien den Bauch vollzuschlagen. Gut war's! Am Ostermontag mussten wir dann aber wieder die Heimreise antreten und ich tat dies auch gleich richtig, da ich in Halle nur meine sieben Sachen aufsammelte und gleich nach Meißen weiterfuhr.
| begeistertes Ostergeschenkesuchen |
Einen freien Tag hatte ich noch zum Ausruhen, jedoch wurde auch der dann wieder ein wenig der Seminararbeit gewidmet, schließlich war ja noch kein Wort zu Papier gebracht. Aber das klappte dann auch ganz gut. Ansonsten muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass das vierte Semester hier den inoffiziellen Untertitel 'Urlaubssemester' trägt, was vor allem daran liegt, dass ich nie mehr als drei Tage pro Woche Unterricht haben werde und auch dann eher wenige Stunden nur. Und so kam es dann auch, dass nach dem kurzen Gastspiel am Mittwoch und Donnerstag schon wieder ein 4-Tage-Wochenende wartete. Diese wurde dann jedoch vollkommen für das Fertigstellen der ersten Seminararbeit genutzt. Diese habe ich dann am Dienstag auch abgegeben und seither macht sich ein deutliches spürbares Gefühl der Glückseligkeit bei mir breit.
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| das Federvieh ist zurück aus dem Süden |
Da mit dem Frühling endlich auch das schöne Wetter Einzug gefunden hat, wollte man die viele freie Zeit natürlich nicht drinnen verbringen. Gleich am Dienstag konnten Nicole und ich uns gegenseitig zu einem Spaziergang überreden. Da wir die Feldwege um das Wohnheim aber doch schon recht gut kennen, sind wir kurzerhand nach Moritzburg gefahren, um rund um das Schloss und die sich anschließenden Wälder zu gehen. Belohnt haben wir uns unterwegs mit einem Eisbecher, wobei man wirklich sagen muss, dass eigentlich schon die Kombination von Wetter, Ausblick und gutem Gespräch genug Belohnung gewesen wäre.
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| Rüdiger Weindspeil. Ja, es ist Liebe. |
Am Mittwoch nun stellte sich heraus, dass Anne am Nachmittag Zeit. Das muss man mir natürlich nicht zweimal sagen und da das Wetter noch immer sehr gut war, fanden wir folgerichtig den Weg ins Tierheim, um uns zwei Hunde zum Gassigehen auszuleihen. Zwar wollte ich zunächst natürlich wieder auf Doug zurückgreifen, wir bekamen dann aber doch zwei iranische Afghanen-Windhunde, deren Namen mindestens mal unaussprechlich waren. Naja, das änderten wir natürlich ganz schnell und tauften sie Rüdiger und Attila Weindspeil. Das hat auch einen tieferen Sinn, aber den hier zu erklären, würde wirklich den Rahmen spängen. Während ich Rüdí's Herrchen war, fand aber auch Attila mich ganz dufte und machte sich an mir zu schaffen. Wäre Anne nicht dabei gewesen, hätte das ganz schön leidenschaftlich werden können. Aber sie gönnt einem ja nichts... ;-) Belohnt haben wir uns, natürlich, mit einem Eisbecher. Habe ich schon erwähnt, dass ich Eis mag? Aber wirklich nur ein bisschen...
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| Idylle im Striegistal |
Nachdem ich den Donnerstag tatsächlich mal wieder alleine zubringen konnte, habe ich mir am Freitag wieder Anne geschnappt und in Nossen haben wir endlich mal wieder gemeinsam dem Geocaching gefröhnt. Powertrail hieß der weg und tatsächlich haben wir am Nachmittag auch ganz gut unsere Beine gespürt. Man rostet über den langen Winter eben doch ziemlich ein. Was liegt da also näher als gleich am Sonntag wieder loszuziehen? Das dachte ich mir eben auch und so sackte ich Anne Hals über Kopf ein und entführte sie nach Mobendorf, wo ein schöner Mühlenrundwanderweg mit vielen Caches aufwarten konnte. Und so wanderten wir denn über Stock und Stein entlang der plätschernden Striegis durch grüne Wälder, beschienen von der milden Frühlingssonne. Man kann das kaum in Worte fassen, was sowas in einem auslöst. Entspannung pur. Auch ein paar Pferde wollten von uns gestreichelt werden, aber da muss man uns ja auch nicht lange bitten. Da der Weg natürlich auch lang war, hatten wir uns anschließend schon Eis und Kuchen verdient, oder? Für uns gab es da jedenfalls keine Zweifel. ;-)
Und so endete diese Woche absolut tiefenentspannt und glücklich; so sehr, wie schon seit Monaten nicht mehr. Nachdem heute ein Haushaltstag eingelegt wurden, widme ich mich ab morgen nun der zweiten Seminararbeit. Aber wenn die vergangenen Tage ein Gradmesser sein sollen, dann werden die kommenden Wochen sicher ähnlich entspannt und schön. Ich bin bereit und lasse es auf mich zukommen.





